
- Name Gideon Göhler
- Land und Stadt Costa Rica
Costa Rica – Ein Erfahrungsbericht
Im Schuljahr 2008/2009 begab ich mich fernab von Deutschland zu neuen Erfahrungen, Erlebnissen und Menschen nach Costa Rica. Für mich barg das Land die Möglichkeit andere Lebensarten und Kulturen kennenzulernen, was auch ausschlaggebend für meine Entscheidung war, nach Costa Rica zu reisen.
Dort angekommen wurde ich herzlich von meiner Gastfamilie empfangen, die mir im ganzen Jahr neues über ihr Land beibringen wollten und ebenso viel von mir über Deutschland wissen wollten.
Ich hatte drei Gastbrüder, von denen zwei auch auf meine Schule gingen. Die Schule war im Gegensatz zu deutschen Schulen eher klein mit dreihundert Schülern und kam einem als Außenstehender eher als Familie statt als Schule vor und auch ich musste mich daran gewöhnen, dass die Schulleiterin nur mit Vornamen angesprochen wurde. Das bedeutete aber nicht, dass es keinen Unterricht auf der Schule gab, der ähnlich diszipliniert ablief wie ich das auch aus Deutschland gewohnt war.
Nachdem ich mich in Costa Rica eingelebt hatte, musste ich schnell feststellen, dass das Leben anders behandelt wird als in Deutschland. In Costa Rica lebt jeder nach dem Motto „Pura Vida“ - Pures Leben, was bedeutet, jeder Augenblick wird genossen, auch wenn es den ganzen Tag schon regnet. Ich habe kein einziges Mal erlebt, wie Menschen auf der Straße wirklich unfreundlich und genervt umherliefen. Stets war man von guter Laune und „Pura Vida“ umgeben und zudem hatte man immer das Gefühl unter Freunden zu sein.
In Schulferien und an manchen Wochenenden fuhren wir mit der Familie oder mit Freunden raus in die geografisch kleine doch große unbekannte Landschaft Costa Ricas. Ich besuchte Strände, Wasserfälle, Regenwälder und die Großstadt San José. Auch mit EF konnten ich und weitere Austauschschüler Reisen unternehmen und knüpften so auch noch bis heute andauernde Freundschaften. Ein Trip war ganz besonders aufregend, nämlich als wir sicher angebunden einen Wasserfall herunterkletterten, um uns nur 2 Stunden später ein Bunjeeseil umbinden zu lassen und einige der Gruppe, unter ihnen auch ich, sich achtzig Meter von einer Brücke herunter stürzten.
Der Abschied war sehr schwierig, denn ich hatte viele Freunde gefunden in Costa Rica und es fiel mir schwer Familie und Freunde hinter mir zu lassen und wieder nach Deutschland zurückzukehren. Es gab viel Trauer und auch manche Tränen als nochmal die gesamte Familie mit allen Tanten und Cousinen zusammenkam, um mich zu verabschieden.
Den nächsten Tag saß ich schon wieder im Flieger nach Deutschland, und merkte, dass das Jahr viel zu schnell vorüberging.


